In der Kühle des frühen Morgens weckt uns Vogelgezwitscher…..
Die Klarheit der Frühe lockt uns zu einem Spaziergang im Tau……
Im Licht der schrägen Sonnenstrahlen leuchtet eine Vogelfeder auf dem Waldboden – wir heben sie auf und sind zurückversetzt in unsere Kindheit……..
Eine Feder im aufgesteckten Haar – enthusiastische Schreibversuche mit einem Federkiel – atemlose Lektüre von Indianerbüchern….

Die Ausstellung der Schmuckgestalterin Gudrun Arp verführt mit Assoziationen: Geschichten vom häßlichen Entlein bis zur Weltstadt-Squaw.

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Gudrun Arp, Ring, Büffelhorn und Hahnenfedern

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Gudrun Arp, Halsschmuck, Hahnenfedern und Perlen

Naturschmuck mit größerer Faszination als eine Perlenkette – Sommernachtsträume für Schmuckliebhaberinnen.
Leicht – tragbar – stabil – ungeheuer schmückend.

Während der Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Freitag ging Frau Professor Dr. Jutta Beder, Kulturwissenschaftlerin an der Universität Paderborn natürlich auch auf die erweiterte kulturelle und historische Bedeutung von Federn ein:

„Wenn wir an Vögel und Federn denken, so assoziieren wir es mit Fliegen, Leichtigkeit und über den alltäglichen Dingen schweben.
Diese Assoziationen rufen Federn in allen Kulturen hervor.
Federn waren z.B. ein vielsagendes Attribut von Göttern, denn Federn symbolisieren Souveränität, Wahrheit und Schwerelosigkeit.
Im Altertum repräsentierte die Federkrone die Strahlen der Sonne.
Die Flügel des Götterboten Hermes bestanden natürlich ganz aus Federn und im Schamanismus gewähren Federn die Macht, in andere Reiche zu fliegen.“

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Gudrun Arp (links) und Prof.Dr. Jutta Beder während der Eröffnung der Ausstellung im CRAFTkontor.

„Es gibt Kulturen, in denen Menschen unbekleidet leben, aber denoch tragen sie immer Schmuck am Körper, seien es Ringe, Malereien oder eben auch Federn. Schmuck gehört seit vielen Jahrtausenden zum Menschen. Jeder Schmuck beeinflußt das menschliche Bewußtsein, verändert die Wahrnehmung und teilt etwas mit.

Der Philosoph und Soziologe Georg Simmel formulierte es treffend vor etwas mehr als 100 Jahren so: „Man schmückt sich für sich selbst und kann das nur, indem man sich für andere schmückt.“  Schmücken ist Kommunikation.“ (Prof.Dr. Jutta Beder)

Schmücken ist Kommunikation, also Sprache, was war das für ein treffendes Schlußwort der Vernissage.
Haben wir also Mut, auch im Schmuck eine eigene Sprache zu sprechen, im Tragen des Schmucks eine Geschichte des eigenen ICHS zu erzählen.
Jeder von uns ist individuell anders – zeigen wir es auch!