Wie viel Arbeit  – Handarbeit – in einzelnen Kleidungsstücken oder Objekten steckt ist  Kennern des Kunsthandwerks vorstellbar.

Doch informierte Liebhaber und Kenner des Kunsthandwerks machen leider immer noch nur einen Bruchteil der Käufer von Interieurobjekten und Kleidung aus.
Materialgerechtigkeit, perfekte kunstvolle Ausführung, Nachhaltigkeit weil Wertigkeit und und und sagen dem Normalverbraucher/Preiswertkunden nichts.
Klassische Zeitlosigkeit, langsame Weiterentwicklung, Materialerforschung sagen der Schnelllebigkeit eines „Was ist IN-Käufers“ nichts…

Nach einer großen Print-Werbekampagne im Laufe der letzten 2 Jahre, in denen Louis Vuitton Handwerker-Manequins im Stile alter Meister beim Arbeiten ablichten ließ, nutzt nun das große französische Traditionshaus HERMES im Moment ein Gastspiel im Münchener Haus der Kunst um ein breites Publikum durch die Verführung mit dem eigenen Namen zum Kunsthandwerk zu führen:

Hermes zeigt sein „Festival des Métiers“ im Haus der Kunst

Präzise Handarbeit und jahrelange Erfahrungen verschmelzen in der Produktion großer Manufakturen auch zu Handwerkskunst. Dass das in Zeiten von großen Modeketten und kurzlebiger Trends zur Seltenheit wird, wissen wir, arbeiten aber zum Beispiel mit unseren Galerien für Kunsthandwerk aktiv dagegen an.
Um die Handwerkskunst zu zeigen, hat Hermes das „Festival des Métiers“ ins Leben gerufen.

Vom 13. – 18. Juli holt die Kunsthandwerker-Wanderausstellung dafür französische Handwerker aus acht bis zehn unterschiedlichen Métiers des Luxuslabels nach München. Im Terrassensaal des Hauses der Kunst kann man den Zauber des Savoir-faire entdecken, das in unterschiedliche Objekte von Hermès seit der Gründung im Jahre 1837 einfließt.
Ob Handtasche, Schal, Schmuckstück, Uhr, Porzellan oder Sattel. Die Besucher gewinnen einen einzigartigen Einblick in die Herstellung der Produkte und können zu jedem Arbeitsschritt ihre Fragen an den Fachmann richten.

Terrassensaal im Haus der Kunst , Prinzregentenstr. 1, München
13.-18. Juli 2012 , Eintritt frei
täglich 12 bis 20 Uhr

Ein löbliches Gastspiel einer großen Manufaktur, die durch ihre Wertschätzung des Handwerks im eigenen Produktionsprozess und auch in der Aus-und Weiterbildung eigenen Handwerkernachwucheses gegen die Vermassung und billige Ramschware an arbeitet.
Andereseits ein zweischneidiges Schwert, da die „Adelung“ der Produkte durch eine Ausstellung in einem Museumsanbau, durch ein Marketingevent erfolgt, das die Highend-Preise verfestigt.

Was bringt das den Guten, dem exellenten Kunsthandwerkern in den kleinen Werkstätten, den Könnern der Handnaht, den Drehern hauchzarter Porzellanobjekte, den Handdruckern …
Hier kämpft Jede/r um eine angemessene Bezahlung der feinen Objekte in geringster Anzahl – hier wird von gelabelten vierstelligen Zahlen für ein Objekt geträumt.

Kunsthandwerk gleicher oder sogar besserer Qualität ohne Label ist dem normalen Käufer lange nicht soviel wert und das ist nach wie vor sehr schade!

Aber dies zeigt die momentane größere Verankerung des Themas Kunsthandwerk, bzw. Handwerk in  der öffentlichen Wahrnehmung (und hoffentlich ist es nicht nur eine Modewelle).
Zu sehen auch schon an Berichten über deutsche Manufakturen (Nymphenburg, Mayer’sche Hofkunstanstalt, Orgelbau Klais, Werkstätten Hellerau) 2010 im Magazin der Süddeutschen (Nr. 39) und in Architektur und Wohnen (5/10).

Zeitgleich jetzt lesbar in einer mehrteiligen Artikelreihe auf www.stylepark.com
und durch die Herausgabe des Bandes „Handgemacht“, Die schönsten Manufakturen Deutschlands.
Hrsg. Florian Langenscheidt & Prof. Peter May. Verlag Deutsche Standards, Editionen 2012.

Vorenthalten möchte ich Ihnen an dieser Stelle nicht den Film in eigenen Sache des deutschen Handwerks – bedenkenswert!, nachdem ich Ihnen aus werbetechnischen Gründen schon keine Fotos in diesem Artikel zeigen kann….:

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