Die Rückfahrt von ein paar Tagen Karnevalsflucht auf der tiefverschneiten und von Eisschollen umgebenen Insel Sylt, nutzten wir, um die Ausstellungsobjekte für „Federleicht und BLeischwer“ aus der Kunstschmiede von Ruprecht Holsten in der Nähe von Bremen abzuholen.

RuprechtHolstenKreuzvase-blog
Die Gluthitze seines Arbeitsbereiches war ein guter Kontrast zum Schneegestöber.
In der langen Schmiedetradition seiner Familie steht Ruprecht Holsten mit seinen puristischen Schalen und Interieurobjekten aus Stahl mitten im 20./21. Jahrhundert.
Pure Form und authentische Materialästhetik zeichnen seine zeitlos modernen Arbeiten aus. Sie entstehen in einer fast archaischen Umgebung zwischen Schmiedeofen, Bandschleiferei, Hofkatze und einem wunderbaren 60kg Dampfhammer, der es Holsten ermöglicht, sein 4-6mm Material zu den Schalen und Formen zu schmieden, die Sie in der Ausstellung erfreuen werden.

“ Eine besondere Bedeutung hat für die Arbeit Ruptrecht Holstens der von seinem Großvater angeschaffte Federhammer, ein altes, über einen Transmissionsriemen angetriebenes Werkzeug, das mit der ungeheuren Wucht von 60kg auf das glühende Metall donnert, es aber nur für den Bruchteil einer Sekunde berührt und zurückschnellt.
Die Hammerarbeit dieser „Aufzug-Schmiedetechnik“, die von Holsten singulär ausgeübt wird, bringt eine sehr reizvolle Oberflächenstruktur hervor, weil im Zusammenspiel von Glühen und Treiben abfallender Zunder partiell wieder eingeschlagen werden kann….
Die Ränder der fertig getriebenen Gefäße werden glänzend poliert…Die Arbeit an den Schleifriemen ist langwierig und im Gegensatz zur fast dramatischen, kraftzehrenden Schmiedearbeit von konzentrierter Ruhe geprägt.“
Uta Bernsmeier, Focke-Museum, Bremen 2004

Und wenn Sie mal gutes Kunsthandwerk auf Sylt suchen: neben vielen guten Einzelateliers (Edda Raspe / Schmuck; Birte Wieda / Schmuck; Gerd Westphal / Glas; u.v.m., gibt es das Witthüs von Anka Weber in Keitum.