Edle Ergebnisse haben häufig eine anstrengende und oft auch schmutzige Vorgeschichte. Werkstattgeschichten sind nicht dazu angetan die Aura eines Schmuckstücks zu vertiefen, aber sie vergrößern die Bewunderung für die Gestalter!

Heidi Schulze-Merian_02Atelier

Heidi Schulze-Merian im Atelier.
Sie trägt einen ihrer Halsreifen aus geschichtetem Acryl;
(Foto: art-pr)

Heidi Schulze-Merians Lust am neuen Material hat als Grundvoraussetzung auch die Lust am technischen Experiment.
Vielfach mußte sie sich die Techniken der Bearbeitung für ihre speziellen Formbedürfnisse jeweils neu erarbeiten.
Dabei ist Entwurfszeichnen ihre Sache nicht – sie fängt mit Formreihen – Versuchreihen an, baut auch häufig wieder auseinander, bis der große Wurf gelingt.

„Je länger ich Schmuck mache und mich dabei beobachte, desto deutlicher wird mir, daß die Suche nach neuen Möglichkeiten der Schmuckgestaltung die Triebfeder meines Schaffens ist.
Bei variierter Wiederholung oder Verfeinerung von einmal Gelungenem mag ich mich nicht lange aufhalten.
Die Suche nach Neuem und das damit verbundene Wagnis haben für mich einen Reiz, auf den ich als Stimulanz nicht verzichten möchte.“ (Heidi Schulze-Merian im Katalog ihrer Einzelausstellung im Goldschmiedehaus Hanau 1995)

Das zeichnet große Gestalter/innen aus:
nicht das Kreisen um die gewohnte Tradition,
sondern die Weiterentwicklung des eigenen Metiers im Zeitgenössischen!